„Abenteuerland“, ein PURes Vergnügen

Vor gut zwei Jahren feierte das Musical „Abenteuerland“ basierend auf bekannten Hits der Band PUR im Capitol Theater in Düsseldorf Weltpremiere und stand dort 17 Monate auf dem Programm. Jetzt ist die Produktion erstmalig auf Tour und noch bis 18.1.2926 am Deutschen Theater München zu erleben.

Bei unserem Besuch war uns sofort klar, „Abenteuerland“ ist eine Produktion von PUR-Fans für PUR-Fans. So entstand das Musical in enger Zusammenarbeit mit den Bandmitgliedern. Autor Martin Flohr gelang es mit dramaturgischem Geschick und Einfühlungsvermögen rund 30 Hits der Kultband, zu einer schlüssigen Musical-Handlung zusammenzuführen. Dazu hat er die Songs neu und teilweise mit überraschenden Perspektivwechseln arrangiert.

Neben dem Titel gebenden Song „Abenteuerland“ kann sich die PUR-Gemeinde über Ohrwürmer wie „Lena“, „Ich lieb’ dich“, „Hör gut zu“, „Ein graues Haar“, „Allein vor dem Spiegel“, „Herzbeben“, „Prinzessin“, „Wenn sie diesen Tango hört“, „Funkelperlenaugen“ und „Drachen sollen fliegen“ freuen.

„Abenteuerland“, Deutsches Theater München, Fotos: Jochen Quast

Darüber hinaus werden PUR-Spezialisten im Musical „Abenteuerland“ auch viele Andeutungen, Hinweise und Parallelen zur Biografie der Band erkennen können. So tritt z. B. der Teenager Alex mit seiner Coverband namens „Crusade“ bei einem Musikwettbewerb auf. Mit dem Bandnamen „Crusade“ startete vor rund 50 Jahren auch die musikalische Laufbahn von PUR.

Die Handlung dreht sich um die fiktive Familie Schirmer, die in drei Generationen mit existenziellen Problemen wie Beziehungskrisen, Karrierestress, Einsamkeit, Depression, Ausgrenzung und Selbstzweifel zu kämpfen hat. Doch am Ende gibt es ein Happy End: Es siegt Menschlichkeit, Zusammenhalt und Mut zur Veränderung.

Das Ensemble überzeugte sowohl musikalisch als auch in den Tanzszenen. Stimmlich beeindruckte besonders Cedric Schröter, als Alex (Sohn, junger Liebhaber und Bandleader). Sein breites Stimmspektrum mit einer sehr klaren und kräftigen Oberstimme ließ aufhorchen. Auch Mascha Volmershausen als depressive Tochter Anna und Christian Bock in der Rolle des Bandmitglieds Tom hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Als Publikumslieblinge erwiesen sich jedoch die Vertreter der Generation 70plus. Oma Schirmer, mit Elan dargestellt von der 75-jährigen Bärbel Röhl, und ihre Internetbekanntschaft Karl, besetzt mit Schauspieler und Sänger Frank Bahrenberg, sorgten für witzige Einlagen.

Noch ein paar Worte zum Publikum: So viel Begeisterung sahen wir selten. Von Anfang an sprang der Funke über. Das steigerte sich noch als nach dem Schlussapplaus wie bei einem Konzert eine effektvolle Zugabe in Glitzerkostümen den Wohlfühlabend beendete. Dabei hat uns besonders gefallen, dass bei der Zugabe, die Nebendarsteller noch einen großen, glanzvollen Auftritt hatten. Dieser Einfall  von Regisseur Dominik Flaschka unterstrich auf sympathische Weise die gesamte Ensembleleistung.

„Abenteuerland“ läuft noch bis 18. Januar in München. Anschließend führt die Tour nach Bremen, Berlin, Stuttgart, Basel, Dortmund, Oberhausen und Hannover.

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