Nach mehr als vier Jahren Kernsanierung, Umbau und Modernisierung feierte der Münchner Zoo jetzt die Wiederöffnung der Dschungelwelt. Aufgrund der zahlreichen baulichen Herausforderungen wurden die Baumaßnahmen deutlich teurer als veranschlagt. Sie kosteten am Ende rund 11 Millionen Euro.
Aufwändig waren z. B. der Erhalt und die Erweiterung der rund 30 Jahre alten, tropischen Pflanzeninsel. Zu den Modernisierungsaufgaben gehörten u. a. eine innovative Gebäudetechnik zur Simulation tropischer Klimazonen, ein in Teilen neues Foliendach, eine komplett überarbeitete Anlagengestaltung mit Unterwassereinblicken sowie ein interaktives Wissensvermittlungskonzept.
Regenwaldfeeling in München
Der Tierpark Hellabrunn gilt als der erste Geozoo weltweit: Seit 1928 leben hier die Tiere weitgehend nach Kontinenten geordnet. Die Dschungelwelt, eine lichtdurchlässige Stahl-Glas-Konstruktion und Freiflughalle, ist der Geozone Asien zugeordnet. Das Tropenhaus ähnelt optisch in seiner organischen, netzartigen und schwebenden Gestaltung ein wenig dem Münchner Olympiadach und bietet das Erlebnis eines südostasiatischen Regenwaldes.
Geplant ist, dass die Besucher in einer exotischen Pflanzenwelt Tierarten wie Zwergottern, Flughunde, Schleich- und Fischkatzen sowie frei fliegende Dschungelvögel hautnah erleben können. Soweit ist es aber noch nicht. Bei meinem Rundgang beeindruckte mich zwar die tropische Flora umgeben von fließenden Gewässern, aber außer einem schlafenden Flughund konnte ich die Tiere nur hinter Glaswänden beobachten. Es braucht wohl noch einige Zeit, bis sich die Wildtiere und Vögel eingewöhnt haben und sich frei in der Anlage bewegen bzw. fliegen können. Auch ist geplant, die Dschungelwelt mittelfristig um weitere Tierarten zu bereichern.
Hellabrunn plant Pandaparadies
Wenn es dann soweit ist, dass sich auch die Tierwelt im künstlichen Dschungel heimisch fühlt und den Besuchern naturnahe Begegnungen ermöglicht, dann geht es im Tierpark Hellabrunn gleich weiter mit dem nächsten Großprojekt: 2028 werden zwei Großpandabären in den München Zoo übersiedelt. Dafür mussten die Paviane bereits weichen. Sie sind jetzt auf zwei zoologische Gärten in Bosnien und Algerien verteilt. Das Pavian-Gehege wird vollständig zu einem weitläufigen Pandabär-Paradies mit Innen- und Außenbereich, Bambusflächen, Wasserzonen sowie Rückzugsbereichen umgestaltet. Das wird teuer. Andererseits spricht einiges dafür, dass die Pandas sich zu einem Publikumsmagnet und einer bedeutenden Tourismusattraktion für München und Bayern entwickeln werden.
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