Er ist unvergesslich, Vicco von Bülow, der Meister der absurden Alltagskomik, alias Loriot.
Vielleicht haben die Münchner sogar einen besonderen Bezug zu ihm. Denn bis zu seinem Tod 2011 lebte er mit Familie und viele Jahre auch mit seinen geliebten Möpsen – „Ein Leben ohne Mops ist denkbar, aber sinnlos“ – unweit von München am Ostufer des Starnberger Sees.
Die besondere Beziehung der Münchner zu Loriot
Was vielleicht viele nicht wissen: Er war nicht nur ein begnadeter Cartoonist, sondern auch Musikliebhaber und Opernregisseur. Seine Inszenierung der Flatow-Oper „Martha“ war Jahre lang ein Publikumsrenner am Münchner Gärtnerplatztheater. Gerne denke ich an die Jubiläumvorstellung im Juli 2007: Loriot kam zum Schlussapplaus auf die Bühne und verneigt sich vor seinem Publikum. Ein ganzer Schwarm – meist noch sehr junger – Fans erwartet ihn dann kurze Zeit später mit Autogrammwünschen am Bühneneingang.
Bühnenfassung bekannter Loriot-Sketche
Das ist lange her, doch die Fangemeinde kann sich nach wie vor für Loriots feinsinnigen, subtilen Humor begeistern. Das zeigten die Reaktionen bei unserem Besuch der Tourneeproduktion „Die Ente bleibt draußen!“ im Prinzregententheater. Das sechsköpfige Ensemble unter Leitung von Ralf Steltner lud zu einem absurd komischen Loriot-Potpourri mit einigen der bekanntesten Sketche und in Szene gesetzten Zeichentrick-Cartoons.
Wiedersehen macht Freude!
Die Vorstellung hatte kaum begonnen, schon tauchte das Publikum ein in Loriots Kosmos der zwischenmenschlichen Missverständnisse, Kommunikationsprobleme, Verschrobenheiten und Unzulänglichkeiten. Viele Szenen des Programms haben längst Kultcharakter: das Frühstücksei, zwei Herren in der Badewanne, die Jodelschule, der Lottogewinner Erwin Lindemann oder der sprechende Hund.
Kurzweilig und beschwingt
Mit hintergründigem Witz, präzisem Timing und Sinn für die leisen Töne gelang es dem Ensemble einen – im besten Sinne des Wortes – kurzweiligen Loriot-Abend zu gestalten.
Die weiblichen Rollen teilten sich mit Spielfreude und Ausdruckskraft Kornelia Kirwald (u.a. als Eheberaterin und Fernsehansagerin) und Sarah Kattih (u.a. Jodelschülerin und Gattin in diversen Eheszenen).
Star des Abends war jedoch zweifellos der vielseitige Komödiant Stefan Linker, der zurzeit auch mit der Großen Heinz-Erhardt-Show Erfolge feiert und durch Deutschland tourt. Auch äußerlich ähnelt er ein wenig den für unverwechselbaren Loriot-Figuren. In der urkomischen Badewannenszene mit Markus Bruker ernteten beiden Protagonisten in Badehose zu Recht Szenenapplaus. Mitreisend witzig waren auch Linkers Auftritte als ungeschickter Konzertbesucher, als Kunstpfeifer oder als stoischer Ehegatte.
Das Trio Markus Bruker am E-Klavier, Thomas Hansen an der Klarinette und Ronald Gilek am Schlagzeug sorgten gekonnt für musikalische Intermezzi und beschwingte Szenenübergänge.
Fazit: „Die Ente bleibt draußen!“ bietet für Loriot-Fans unbeschwerten Spaß und gut gemachte Unterhaltung mit einem Schuss 70er- Jahre-Nostalgie.
Die Tournee dauert bis Ende 2027. Am 18. September 2027 wird „Die Ente bleibt draußen!“ erneut in München im Prinzregententheater zu sehen sein. Tourneedaten: 2026-2027







